Zukunft


J. beim Urlaubsfotos zeigen: „Wir sollten die Eifel mit ein paar irischen Landeiern bevölkern, damit das Leben hier bunter und freundlicher wird. Die können wenigstens feiern.“

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Der Carl Craig Remix im Wohnzimmer fühlt sich ähnlich an wie die Panoramabar an einem sonnigen Wintermorgen. Ideal, um den Provinzmuff im Kopf zu vertreiben und tanzend Bücher einzuräumen. Ein dankbarer Musenknicks dafür.

Anmerkung: Ich bin mit Carl Craig, den Junior Boys und den Betreibern des Berliner Clubs Berghain/Panoramabar nicht verschwistert, verschwägert und auch sonst nicht verwandt. Außerdem weise ich ausdrücklich darauf hin, dass ich für die Erwähnung dieser Namen kein Geld oder andere Zuwendungen erhalte. Sie dient einzig und allein der Kommunikation eines ganz besonderen Gefühls, das alle kennen, die dies oder ähnliches schon einmal erlebt haben. Ein Glücksgefühl, das zu beschreiben fast nicht möglich ist.

Nach den dionysischen/romantischen Samenkörnern in der Geschichte suchen und die Ernten vergleichen. Rüdiger Safranski und Jochen Hörisch lesen. Wieder regelmäßig Nachtstudio schauen. Häufiger kochen.

So ist es richtig: Mit Kunst und Kultur gegen rechts. Deutschland, schau nach Halberstadt!

Hinter dem Tresen zu arbeiten fördert die Kommunikationsfähigkeit, erdet und bietet zahlreiche Möglichkeiten für anthropologische Studien. Manchmal jedoch liegt der größte Vorteil in der sicheren Anwesenheit der Barfrau während eines bestimmten Zeitfensters. Es ist eine Freude, wenn altbekannte Gesichter wiederholt diese Gelegenheit nutzen, sich jedes Mal mehr zu Hause fühlen und so ihre Zuneigung sowie ihr Vertrauen bekunden.

Natürlich kann ein solcher Vorteil ebenso zum Nachteil werden. Doch der Rausch, den die Barfrau mit jedem weiteren ausgeschenkten Getränk verstärkt, lässt Masken fallen und eröffnet dem wachsamen Auge einen Blick auf die dahinter ruhende Persönlichkeit. Eine hässliche Fratze bleibt zuletzt bei wenigen. Und wenn dies einmal vorkommt: Nun, dann bleibt der Barfrau das Hausrecht, dem unerwünschten Gast die Tür und den Verbliebenen eine umso stärkere Gemeinschaft.

Soundtrack beim letzten Mal: Dawning von Marcel Dettmann und Ben Klock. Heute: Justus Köhnkes Timecode. Immer wieder schön.

durch das Leben zu laufen, schleift vermutlich die Kanten der Persönlichkeit. Übrig bleibt ein facettenreiches, in der Unabhängigkeit gefangenes Selbst. Als Partner entfalten wir doppelte Kraft, weil abwechselnd die Stärke des Einen dem Anderen Schwäche erlaubt. Oder so.

Klingt mit den Spiegelneuronen im Kopf und Don’t go von Elektrochemie in den Ohren logisch und fühlt sich gut an. Lohnt wohl, genauer hinzuschauen.

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