als ein viel zu protziger Sportwagen ungebremst über die Böschung raste. Platsch. Die Wasseroberfläche teilte sich und der Fluss verschlang blubbernd das Fahrzeug. Trotz der Tragik des Geschehens war dies ein schöner, weil seltener Anblick: Scheinbar frisch polierter Lack funkelte türkis in der untergehenden Sonne, bedeckt mit Millionen von Wasserperlen, darüber durchquerte ein aufgeschreckter Fischreiher im Tiefflug das Bild. Gerade noch rechtzeitig schaffte die hellwache Beifahrerin den Sprung aus dem fahrenden Wagen und entriss so ihren schlanken Körper in letzter Sekunde dem sicheren Tod. Bis auf ein paar Kratzer, Prellungen und den Schock ihres Lebens blieb sie unversehrt. Ich eilte zu ihr, legte zur Beruhigung meine Decke um ihre Schultern. Gemeinsam warteten wir auf die von mir benachrichtigten Retter. Diese jedoch kamen für den Fahrer zu spät. Der fette Sack nahm ein qualvolles Ende, gefangen in den Spezialgurten, die er wie andere kleine Besonderheiten mit den Einnahmen aus einem von ihm am Rande der Legalität betriebenen Bordell finanziert hatte. Doch das ist eine andere Geschichte, die zu einer anderen Zeit erzählt werden soll, an einem anderen Ort. Für heute ist Ruhe. Nur ein paar verstört umherschwimmende Fische, die Reifenspuren am Ufer und der aufgewühlte Schlamm lassen noch den nicht ganz zufälligen Unfall erahnen, der sich hier ereignet hat.

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