Schwierig manchmal, sich einer Kultur kritisch zu nähern und sie trotzdem zunächst voll und ganz zu akzeptieren, um sie in ihrem Kern zu verstehen und aus ihr zu lernen. Ist man zu kritisch und sucht nur angstgeleitet nach Schwachstellen, werden die positiven Anteile unsichtbar, konzentriert man sich auf das Leuchten einer Kultur, entsteht die Gefahr der Unterwerfung, die Herrschaft unterstützt. Eine Kunst, individuell zu bleiben.

Was mir dazu in Bezug auf religiöse Gemeinschaften einfällt: Wenn wir den Unterschied Sekte/Religion gedanklich aufgeben, das heißt Glaubensvielfalt individuell akzeptieren, und uns auf das Gemeinsame im Glauben beziehungsweise in der zugrunde liegenden Moral konzentrieren, könnten wir die Komplementarität der Ausprägungen erkennen und gemeinsam an den Schwachstellen des Religionskonstruktes arbeiten. Klingt irgendwie einfach, ist es aber wohl nicht so ganz. Oder mangelt es da einfach am Willen?

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