Menno! Ich will wenigstens mit der Geschwindigkeit spielen können beim Plattenhören! Schon die Sonnendeck-Remixe sind ohne nicht ganz so lustig. Wenigstens ist die Platte (was hab ich geheult, als Robin sie an meinem 27. gespielt hat) abspielbar, im Gegensatz zu Renners Geschenk, wo doch eigentlich „Das absolute Glück“ draufsteht. Schade. Lässt mich aber kurz über DJ-Kultur nachdenken: Wie konnte es nur kommen, dass außer irgendwelchen selbsternannten DJs zu Hause sonst kaum jemand so intensiv Musik hört und wirklich mit ihr zu spielen beginnt? Stattdessen laufen wir Klangsüchtige (danke D. trotzdem für dein Label) zu irgendwelchen Parties und bejubeln andere.

Ganz sicher habe ich nichts gegen die Verehrung großer Kunst, wie Zip und die anderen sie beherrschen. Und das gelegentliche gemeinsame Feiern und Tanzen ist mir ein Fest. Doch wer hat gesagt, dass mit Einführung der digitalen Musikverbreitung das Ursprüngliche aufgegeben werden muss? Plattenhören ist einfach etwas anderes, als eine Playlist zusammen zu packen und sie zu brennen. Schön, dass unsere DJs diese Kultur weiter pflegen. Doch sie sollten Beispiel sein und zum Selbermachen anregen, statt sich durch ihre szeneninterne Prominenz abzuheben. Es geht nicht um den DJ und das Publikum, es geht um die Musik dazwischen. Die lässt sich zwar digital verbreiten, doch der Bezug zur Musik geht meiner Meinung nach verloren, wenn sie nicht mehr greifbar ist. Ganz zu schweigen von Qualitätsverlusten durch Komprimierung. Super Marketing-Tool (und natürlich Teil einer Netz-Demokratisierung) das Ganze, viel mehr nicht. Zeit für das Platzen einer weiteren Blase. Eine DJ-Herrschaft wäre zwar eine der angenehmeren, doch sie ist einfach völlig unnötig.

Und außerdem: Was ist es erst für ein Fest, wenn viel mehr Menschen auf dem Floor die Platten so sehr lieben wie der DJ, der sie auflegt?

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