Der soziale Erfinder hätte zu fragen, wie verlorene Nähe (und damit auch Interesse), notwendige Häufigkeit der Mitsprache und größtmögliche Transparenz wiederhergestellt werden könnte. Er sollte Möglichkeiten vermehrter und verbesserter Information ebenso in seine Konzepte hineinverarbeiten wie Modelle verbesserter „feedbacks“ oder möglicher (aber auf das Ganze abgestimmter) Dezentralisation entwickeln. Er hätte angesichts des schnellen Tempos der äußerlichen Veränderungen Vorstellungen über ungleich flexiblere, offenere, zu schnelleren und spontanen Reagieren fähige Einrichtungen der Exekutive wie Legislative zu entwickeln.

Aus: Die Entwicklung sozialer Phantasie als Aufgabe der Zukunftsforschung. Dieter Pforte u. Olaf Schwenke (Hg.): Ansichten einer künftigen Futurologie. 1973, S. 125, 127, 132 f., nachzulesen hier.

Das und viel mehr Spannendes schrieb Robert Jungk schon vor Jahren. Noch ein Beispiel (ebenfalls bei der Zukunftswerkstatt gelesen):

Wir sollten uns von der faszinierenden und angstmachenden Informationsflut abwenden und diejenigen ins Auge fassen, die sich von ihr bedrängt fühlen: die Menschen. Bisher hat man gefragt: Sind die menschlichen Fähigkeiten nicht zu gering, um dem exponentiellen Wachstums der Kenntnisse gewachsen zu sein? Nun sollte man das Blatt umdrehen und fragen: Welche besonderen Fähigkeiten bringt der Mensch – und nur er! – mit, die es ihm ermöglichen,

* verstreutes Einzelwissen in Zusammenhängen zu erfassen,
* auf diese Weise neues Wissen kombinatorisch zu ermitteln,
* Wissen entsprechen echten Bedürfnissen zu nutzen.

Macht man den begrenzten Menschen zum Maß der grenzenlosen Information, sieht er sich als ihr Nutzer, nicht aber als ihr Meister, dann bahnt sich ein völlig neues Verständnis für die Rolle des Wissens an.

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