Da saß ich nun zwei Tage und habe mich unter Druck gesetzt, am besten alle angefangenen Aufgaben sofort und in bester Qualität fertig zu stellen oder wenigstens in großen Schritten dabei voran zu kommen. Meine Panik hat dazu geführt, dass einige gute Gedanken auf dem Papier gelandet sind und ich viel Wissen in mich reingeschaufelt habe. Außerdem ist die komplette Wohnung nun blitzesauber, was ja ebenfalls angenehm ist.

Doch die wirklichen Schritte nach vorne bin ich nicht alleine gegangen. Erst das virtuelle Gespräch mit einem befreundeten Labelmann gab mir mehr Zuversicht, die nötige Ruhe und Bestätigung brachte dann der ruinierte Horst von der Groove in einer die Nacht zum Tag machenden realen Diskussion. Das schlechte Gewissen, in dieser Zeit nicht krampfhaft zu arbeiten, war schnell verflogen. Stattdessen die wiederholte Erkenntnis, dass gute Produkte (ich hoffe doch, dass es das wird) im Austausch mit den Menschen entstehen, für die sie gemacht werden, nicht im Elfenbeinturm.

Deshalb und weil die Nacht mir dieses fette schnurrende Tier auf den Kopf gesetzt hat, das sich weigert zu verschwinden, ist heute Abstand zum eigenen Schaffen und fortgesetzte Gastfreundschaft angesagt. Ich freue mich, gleich leckere Kostbarkeiten einzukaufen und einem weiteren Herren aus dem Bezugsgruppenzoo zu servieren. Denn mal ehrlich: ohne die anderen wären wir alle nichts. Oder wenigstens nicht das, was wir gerne sind.

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