darf ich dich mal was fragen?
ja.
wie heißt du?

Der Roboterjunge und Kalliope warfen viele Reihen lachender Textfetzen in den Chat, prusteten um die Wette.
Kurz vorher hatten wir beschlossen, dass unser reales Kennenlernen nicht bis Sonntag warten muss. Wir werden uns gleich zum ersten Mal sehen.

Schon schön, wenn die Kommunikation innerhalb einer (weiteren) Bezugsgruppe so offen, freiwillig und vertrauensvoll ist, dass ich keinen Zweifel daran habe, diesen Menschen zu mögen, der gleich klingelt. Für Überwachung oder ähnlichen Schabernack nutzt unsere gemeinsamen virtuellen Orte selten jemand, das wäre albern. Es ist in vielen Situationen dafür sehr angenehm, nicht nur zu wissen, dass diese Menschen da sind, sondern auch einfach mal ein Hallo in die Runde werfen zu können. Wer Lust hat, kann antworten, Zwang besteht nicht. Nicht mal zum Reden in realen Treffen. So sparen wir uns den Gossip, wenn wir uns sehen. Einfach in Kontakt bleiben. Und auch die, die sich noch nie real begrüßt haben, lernen sich gegenseitig einschätzen und vernetzen sich. Auf jeden Fall praktisch, dieses Internet.

Das war letzte Nacht. Musenempfang und Vernetzungstreffen sind jetzt beendet. Ich lag vollkommen richtig. Meine Bezugsgruppe lag vollkommen richtig: Toller Kerl. Ich war sogar vor ein paar Jahren in seiner und Lindas Ex‚ Ausstellung. Witzig. Wir hatten viel Spaß, haben nerdige Sachen wie Referenzsysteme, Lügendetektoren, Bundestrojaner und Technokultur diskutiert (dazu bald mehr), versucht Gerhard Schwarz (mein Nerd-Geständnis) zu lesen und einige Bunte-Bilder-Menschen zum Ostereierfärben eingeladen. Einigkeit darüber, dass wir etwas Gutes leben.

Herzlich willkommen zurück in der Stadt, Roboterjunge!

Liebe Kinder:
Bitte nicht nachmachen, wenn euch mal ein Fremder im Netz spontan zu einem echten Treffen einlädt. Der hier ist ein Raver, da gehts erstmal nicht um Sex, sondern um gemeinsame Aktivität. Deshalb und weil wir einfach keine Unbekannten füreinander sind und waren, ging das klar.

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