Zwei Monate hab ich nun in Hamburg gelebt, ein einziges Mal war ich hier feiern. Ein Redakteur vom Mangozine, mit dem ich anschließend (ganz klassisch) in der Morgensonne betrunken über den Fischmarkt lief, schenkte mir die Audiolith-Compilation „where destined mindblowers have their way“.

Wie das meistens so ist mit CDs, die ich von irgendwelchen Parties mit nach Hause schleppe, lag das gute Stück ein paar Wochen in der Ecke. Diese hier wollte ich aber unbedingt ganz sentimental noch in der Hafenstadt hören. Heute, ein paar Tage vor meiner Abreise, hab ich es dann endlich getan.

Beim Abspielen der ersten Tracks überfiel mich immer wieder das komische Gefühl, zu alt dafür zu sein. Doch dann passierte es: Aus den Lautsprechern erklang die Stimme von Jan Elbeshausen (the dance inc.) und sang „Those who sleep on Roads“, auf der Compilation getarnt als „a moment, a month, a year“.

Ich kenne das Stück seit August 2005, hatte es seitdem aber nicht mehr gehört, obwohl es wie ich jetzt feststellen durfte auf der MySpace-Seite der Künstler jederzeit möglich gewesen wäre. Es wurde komponiert für das Off-Theaterstück „(Those who sleep on) Roads“, zu dessen Premiere in der Weltbühne ich damals auf Einladung eines mitwirkenden Freundes angereist war. Mein erster wirklich schöner Abend in Hamburg.

Als ich vor ein paar Tagen zufällig die Bagger am Nobistor sah, die ein riesiges Loch im ehemaligen Gebäude der Weltbühne hinterließen, schoss mir sofort der melancholische Sound der Dance Inc. in den Kopf, den ich seit Sommer 2005 nicht vergessen hatte und an den mich bisher nur das Premierenplakat in meiner Berliner Wohnung erinnerte. Jetzt habe ich es auf CD und es wird mich immer mit Hamburg verbinden. Danke dafür.

Was ich von der Compilation allein wegen der Texte sonst noch auf der Rückfahrt hören werde:

clickclickdecker – wer hat mir auf die schuhe gekotzt

bratze – jean-claude

Hier zur Erinnerung ein Abrissbild.

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