Ob Herr Seehofer liest, was die Netzpolitik über seine Rede bei der EU-Konferenz zum digitalen Verbraucherschutz schreibt?
Wenn er ernst meint was er sagt, verpflichtet er sich quasi dazu. Es sei denn, er hat vergessen, dass Politiker auch im Auftrag ihrer Kunden, den Bürgern, unterwegs sind.
Die Macht des Verbrauchers wachse mit seinen Möglichkeiten. Gleichberechtigte Konsumentensouveränität anzustreben, Augenhöhe der Verbraucher mit den Konsumenten. Leitbild des mündigen Verbrauchers festhalten.
Die Sache mit dem am “Leitbild festhalten” klingt allerdings nicht, als würde er daran glauben, dass es mündige Verbraucher gibt. Was ja wiederum rechtfertigen würde, ihnen nicht zuzuhören und die Möglichkeiten der Verbrauchermacht zu minimieren.
Hier das Netzpolitik-Fazit aus dem Live-Blogging:
Mein erstes Mal Seehofer live und ich hätte es mir echt sparen können. Da hätte man auch einen Roboter hinstellen können, der die Rede abliest. Oder einen Praktikanten, der hochdeutsch spricht und etwas mehr Schwung hat.
Was mir jetzt erst auffällt: Hat der Seehofer wirklich gesagt “Augenhöhe der Verbraucher mit den Konsumenten”??? Autsch. Da hat er wohl mehr von seiner Einstellung verraten, als er wollte….
Mir gefällt allerdings die Tagesschau-Version der Geschichte besser. Sie beruhigt, weist allerdings mit keinem Wort darauf hin, dass wir viel weiter sein könnten. Mehr miteinander statt übereinander reden wäre eine Möglichkeit, die Rechtslage schneller zu verbessern. Doch die wird trotz 2.0-Hype selten genutzt.